Fotos und Berichte vom JO-Lager 2017/2018

26.12.17

Nachdem sämtliche KursteilnehmerInnen und LeiterInnen aus allen Himmelsrichtungen eingetroffen sind, sind wir im strömenden Regen losgefahren. Die Kids mit Leiter per Zug, ich mit der Küchen-Crew mit dem Auto. Weiss ist die Landschaft in Saanenmöser, mit Schnee bis vor der Lagerhaustüre. Nach dem obligatem kurzen Einpuffen, haben wir uns kurz und bündig verpflegt. Anschliessend wurde innert kürzester Zeit, unter der Leitung von gebildeten Konstrukteuren, eine respektable Schneebar errichtet. Die bescheidene Teilnehmerzahl erlaubte eine grosszügige Zimmerverteilung, die Schlafplätze waren im Nu verteilt. Nach einem delikaten Bami Goren haben wir die vorbereitete Rodelbahn mit Schanzen- Abschluss auf die Probe gestellt. Die Ringe und anderen Rutschgelegenheiten kamen aber bis zum Schluss nicht richtig in Fahrt, da der Schnee noch nicht den optimalen Zustand erreicht hatte.

Wir haben uns nach dem Dessert auf die Challenge ‚let it happen‘ eingelassen und den Kindern ihre Wahlfreiheit gelassen, sich nach eigenem Gutdünken und Ermessen schlafen zu legen. Dementsprechend lange brannten die Lichter und die Nachtruhe hat viele wohl erst in der zweiten Nachthälfte heimgesucht.

27.12.17

Pünktlich um 7.15 Uhr wurden die Kinder, bestimmt und lautstark, mit adäquatem Soundtrack aus Ihren Träumen gelockt. Nach dem morgendlichen Footing wurde das Z’morgen- Buffet begeistert weggeputzt. Um 9.00 Uhr wurde der lange Marsch zum Lätz-Güetli Lift unter die Latten genommen und in unser Ski- und Snowboard Abenteuer gestartet.

Nach einem kurzweiligen Morgen konnten wir den Homerun angreifen und bis vor das Lagerhaus gleiten. Mit verschiedenen Risotto verpflegt, konnten wir gestärkt in den Nachmittag starten. Nebel und eine dichte Wolkendecke kündete den willkommenen Schneefall an, der Mitte Nachmittag über uns hereinbrach. Schneeeeeeeee! :) Unfallfrei durften wir den ersten Schneetag abschliessen und konnten bei feinen Älplermakkaroni die ersten fallenden Augenlider beobachten. Wir werden den Kids mit dem bevorstehenden Geländespiel die letzten Energiereserven rauben und werden heute bestimmt früher Ruhe geniessen können. Ob wir die Kinder überdauern werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. :)

28.12.17

Am Donnerstag durften wir von frisch verschneiten Pisten und traumhaftem Wetter profitieren. Am Morgen war am ganzen Himmel keine Wolke auszumachen. Bei beissenden -10°C machten wir die Pisten unsicher. Nachdem wir am Mittag wieder ausgezeichnet verköstigt wurden, starteten wir in den nun überraschend bedeckten Nachmittag. Leiser Schneefall setzte just ein, als wir wieder in die geheizte Stube schwärmten.

Am Abend statten wir dem Eisfeld in Gstaad einen Besuch ab. Dieser Ausflug wurde jedoch von einem fatalen Zusammenstoss überschattet, der einen Teil unserer Küchenmannschaft ausser Gefecht setzte. Morris wurde per Ambulanz nach Zweisimmen transportiert. Seine Diagnose: Gehirnerschütterung. Ende Lager für Morris. Am nächsten Abend, nach 24h Überwachung im Spital, wurde er von seinen Eltern abgeholt. Ansonsten fiel das Echo über die Bar on Ice relativ bescheiden aus.

29.12.17

Tagwach 7.15 Uhr. Frühstück. Die Kids sind motiviert und wohlauf. Wir haben einige Schluckbeschwerden und Halswehwehchen zu bekämpfen, aber Ingwer, Zitrone und Honig ergänzt von ein paar Lutschtabletten halten die Krankheitserreger im Zaum. Nach einem perfekten Tag mit schönen, angenehmen Pisten und noch verhältnismässig wenigen Leuten, schicken wir die Kids mit den Junioren in die Unterkunft. Dort verbringen sie gemeinsam ihren ‚Junioren-Abend‘ mit Massagen, Gesichtsmasken, Pizza und Kuchen. 

Wir Leiter bewegen uns geschlossen in Richtung Chübeli, um dort unseren wohlverdienten Leiterabend abzuhalten. Das Fondue, beziehungsweise die raren Knoblauchzehen, wurden sehr energisch und genüsslich verteidigt, verteilt und vertilgt. Nach einem langen ‚Max Meier‘ mit einem grossen Teil der Hüttenbelegschaft durften wir Mitten in der Nacht eine speziell schöne Abfahrt in frischem Powder und intensivem Schneefall geniessen und kamen alle wohlbehalten in der Unterkunft an.

30.12.17

Was für ein Frust. Die fantastischen 20cm Pulverschnee der Nacht werden in der Wärme des Föhns „verrägnet wie nur öppis“. Intensiver Dauerregen bringt erst Mal nur wenige motivierte hervor und so wagt sich nur eine kleine Gruppe von Wetterfesten auf die Piste. Ausgezahlt hat sich dieser Versuch nicht. Die Schneeverhältnisse sind ein Trauerspiel. Nass, Pflotsch, viiiiel zu warm und es fühlt sich teilweise an, als ob wir vergessen hätten, die Felle ab den Skiern zu montieren. Von Ski-’fahren’ kann hier keine Rede mehr sein. In einem meditativen Moment des „durch die Landschaft watens“ entstehen folgende, alles aussagende, Zeilen: 

(nach der Melodie von „Stehts i truure“ - Polo Hofer)

Stehts i spuuure, muesi tschaupe

über Wiiiis und düre Wald

will mi Schii hüt - nid isch gleeitet

muesis liiiide mit Geduld…

Für den Rest der Mannschaft gab es einen gemütlichen Tag mit Spiel und Spass und Essen und schlafen und und und. Den Kids hat’s gepasst. :) Am Abend installierten wir die Musik-Anlage mit Bühnenbeleuchtung um uns auf der bescheidenen Bühne im Karaoke singen zu üben und zu fühlen. Viel Spass, lustige Momente und interessante Songs begleiteten uns den ganzen Abend. :)

31.12.17

Der letzte Tag im alten Jahr ist angebrochen. Freudig stellen wir fest, dass die Temperaturen wieder gefallen sind und sich der Schnee wieder festigen konnte. Tatsächlich kann man sagen, dass das Wasser wieder gefroren ist und sich in eine satte, durchgehende Eisschicht verwandelt hat. Die Pisten sind schnell aber „pickelhart“. Ein neues Erlebnis für einige Jungs und Mädels, die ein total neues Gefühl entwickeln und ihr „Gespühri“ für ihr Schneesportgerät dadurch vertiefen und erweitern können. Allgemein stellen wir fest, dass ein Kantenservice wieder mal angebracht wäre. :) Das Wetter schön, die Sonne warm die Pisten sind zeitweise sehr hoch frequentiert. Wir haben es wieder mit Eis zu tun, und ziehen die Erfahrungen des letzten Eis-Erlebnisses leider weiter. Lorin stürzt auf dem Bord auf die Hände, die Unterarm-Knochen überstehen den Fall nicht ganz. Somit endet der Morgen im Spital Zweisimmen. Glücklicherweise wurde das Handgelenk nicht in Mitleidenschaft gezogen und so können wir bereits am Nachmittag wieder einen lachenden Lorin unter uns finden. Schnell wird der Gips beschriftet und somit akzeptiert und adaptiert. 

Zum Abendessen feiern wir unsere selbst gemachten Hamburger mit Country Cuts. Wir schlemmen wie die Römer. Bei der stimmungsvollen Disko am Abend sind alle Sorgen und Bedenken Geschichte und wir feiern zusammen eine ausgelassene Neujahrsparty. Pünktlich um Mitternacht stossen wir im Freien an. Der Rimus fliesst in Strömen an der soliden und stimmungsvollen Schneebar, Zuckerstöcke werden gezündet und die umliegende Feuerwerkskunst bestaunt. Anschliessen tanzen wir weiter bis sich die Belegschaft leise mindert und sich unter die Decken verzieht. So können wir Leiter auch unseren Abend noch gemütlich, lachend und entspannt ausklingen lassen.

1.1.18

Heute Morgen gönnten wir uns und den Kids ein wohlverdientes Ausschlafen. Das feudale „Kater-Frühstück“, mit Rührei, Speck, Country Cuts, Kuchen, Brot und Käse verdrücken wir schlaftrunken und zum Teil noch nicht ganz frisch. :) Spätestens aber nach dem Mittag steckt die Bude wieder voller Leben. Es wird gelacht, gejagt, geschlafen, Black Stories gespiel und das Leben gefeiert. Nach einem deftigen Chilli Con Carne- Snack, wagen wir uns zum letzten Mal auf die Piste. Super Abschluss-Erlebnisse, Glücksgefühle, super Pisten, wenig Leute, schönes Wetter, alles in allem ein wunderbarer letzter Skitag.

Als Abschluss-Znacht stopften wir uns mit Lasagne voll und können wohlgenährt in den Abschluss-Abend starten. Nach einem intensiven „Versteckis-Fangis“ im Dunkeln wurde mit teils semi-motivierten Jugendlichen ein langes Werwolf gespielt. Im Anschluss verspeisten wir genüsslich diverse Dessert-Resten, um auch diese Art von Resten noch loszuwerden. Während die Kids nach und nach dem langersehnten Schlaf verfielen, wurde in der Küche eine erste Putz-Session abgehalten, inklusive genauster Putz-Planung des folgenden Tages.


Fotos vom JO-Lager